Eins der wichtigsten Elektrolyte...
Kalium (K+) ist eins der wichtigsten Elektrolyte in unserem Körper. Der Internist und ganz speziell der Kardiologe wirft ein großes Augenmerk auf dieses Mineral. Der Normwert liegt bei 3,6 - 4,8 mmol/l im Serum. (Ich kenne auch 3,5 - 5,3. So kann man sich den Wert gut merken.) Im Zellinneren hingegen befindet sich wesentlich mehr Kalium: 155 mmol/l Kalium ist deshalb so wichtig, weil es kurz gesagt die Reizweiterleitung der Nerven steuert. In Verbindung mit Kalzium steuert es die Kontraktion von Skelett-, Gefäß- und Herzmuskeln. Kalium spielt eine wichtige Rolle bei dem Aktions- und Ruhepotential und bei der Insulinaufnahme in die Zelle. Ermittelt wird der Kalium wie oben schon geschrieben im Serum und im Urin.
Zu Niedrig
In der Regel ist ein Kaliummangel häufiger zu beobachten, als ein Überschuss. - Bei verringerter Zufuhr z.B. bei Bulimie (oder ganz einfach bei älteren Personen: durch ungenügende Flüssigkeitszufuhr.) - Es wird vermehrt über die Niere ausgeschieden, durch: Diuretika, Glukokortikoide (Kortisol und Kortison), Cushing-Syndrom (kurz: Störung des Nebennierenrinden-Hormonhaushalts mit Erhöhung von Kortisol im Blut.) und Hyperaldosteronismus (Kurz: Nebennierenrinden Hormon Überproduktion mit Erhöhung des Aldosterons) - Es wird vermehrt über den "Verdauungstrakt" ausgeschieden durch: Durchfall, Erbrechen, Fisteln und Laxantien (Abführmittel). - Eine Störung der Kaliumverteilung kann vorliegen bei: einer Alkalose (also, wenn der pH Wert des Blutes basisch wird. Das heißt über: 7,44 steigt.) - Bei der Initialbehandlung des diabetischen Komas - Bei einer Perniziöse Anämie (Vitamin B12 Mangelanämie) - Bei Alkoholmissbrauch - Zu hoher Salz Konsum führt aufgrund der daraus folgenden zu hohen Natrium Konzentration zu erhöhter Kalium Ausscheidung
Zu Hoch
- Verminderter Urinausscheidung z.B. durch eine Niereninsuffizienz, durch kaliumsparende Diuretika, bei einer Nebennierenrinden-Insuffizienz. - Eine Verteilungsstörung die zu einem erhöhten Kalium führt kann auftreten bei einer Azidose (also wenn der pH Wert des Blutes sauer wird. pH Werte unter 7,36) und bei massiver Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen)
Die Folgen
Ein Kaliummangel zeigt sich unspezifisch durch: Müdigkeit und schwankende Stimmungen. Oder aber spezifisch durch: Verstopfung, Schwindelgefühle, Muskelschwächen, Herzstörungen und Kreislaufprobleme. Ein Kaliummangel verringert das im Körper gespeicherte Glykogen, was dazu führt, dass im Falle einer Hypoglykämie weniger Glucose aus Glykogen hergestellt werden kann. Dies wiederum "verstärkt" bzw. zeigt die Symptome einer Unterzuckerung. Der Mangel an Kalium führt am Herzen zu einer verzögerten repolarisierung die sich in einer U-Welle zeigt. Ein Überschuss an Kalium erzeugt am Herzen eine beschleunigte repolarisierung die sich im EKG in einer verkürzten ST Strecke zeigt. Sowohl der Kaliummangel als auch der Überschuss führen beide zu Herzrhythmusstörungen bis hin zum Tod.
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