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COPD PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Florian Funke   
Sonntag, den 01. März 2009 um 16:30 Uhr

1. COPD

1.1 Definition, Einteilung, Symptome

1.1.1 Definition

Eigentlich bildet die:
- COPD (chronic obstructive pulmonary disease)
- COLD (chronic obstructive lung disease)
- COLE (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
den Überbegriff für die chronische Bronchitis mit Lungenemphysem, das Lungenemphysem an sich und die chronische Bronchitis mit asthmatischer Komponente.
Obstruktion: Verengung.
Dieser Artikel behandelt die Chronische Bronchitis. Über das Lungenemphysem werde ich [H2]einen extra Artikel verfassen.

1.1.2 Einteilung

- Einfache chronische Bronchitis
- Chronisch obstruktive Bronchitis

1.1.3 Symptome

Die Symptome, die der Patient "bemerkt" sind in aller Regel Spätsymptome.
Einfache chronische Bronchitis:
- Husten mit Schleimig weißer Auswurf ohne bronchiale Obstruktion. (Im Volksmund: auch bekannt als "Raucherhusten".)
- Bei bakteriellen Infekten ist der Auswurf schleimig Gelb-Grün.
Eine chronisch obstruktive Bronchitis, liegt dann vor, wenn zusätzlich die Bronchien verengt sind, dadurch fällt dem Patienten vor allem Ausatmung schwerer. (Dies ist häufig erkennbar: Die Patienten nutzen die sog. "Lippenbremse" beim Ausatmen, um so mit mehr druck aus zu atmen.)

Verlauf:
- Zu erst kaum Beschwerden.
- Anfallsartige Belastungsdyspnoe (der patient bekommt unter Belastung schlecht Luft)
- Akute infektiöse Exazerbationen (infektbedingte Verschlimmerungen.)
- Endstadium: Hypoxämie (Sauerstoffarmunt) und Hyperkapnie (Kohenstoffdioxid Überschuss.)
Durch den steigenden Widerstand bei der Lungendurchblutung bildet sich eine Rechtsherzinsuffizenz (das sog. Cor pulmonale).

1.2 Ursachen, Risikofaktoren

Die Hauptursache ist oben schon genannt: Rauchen.
Des weiteren kommen ein paar begünstigende Faktoren hinzu: Genetische Disposition, häufige oder "Vorerkrakungen" der Lunge (vor allem im Kindes Alter).

1.3 Diagnostik

  • Klinisch / Anamnese
  • Auskultation (Abhorchen) (Rasselgeräusche)
  • Lungenfunktionsdiagnostik (Spirometrie)
  • Um Differential Diagnostisch ein Asthma aus zu schließen kann ein Allergietest gemacht werden.
  • Labor / Blutgasanalyse
  • evtl. ein Röntgen Thorax oder ein CT

1.4 Therapie, medikamentöse Behandlung

Der Grundpfeiler der Therapie, ist die Nikotinkarenz! Der Patient soll schnellstens das Rauchen komplett aufgeben!
Medikamentös:


  • (inhalative) β2-Sympathomimentika z.B. Fenoterol, Reproterol, Salbutamol, Terbutalin (Handelsnamen z.B. Berotec®, Bronchospasmin®, Sultanol®, Bricanyl®) erweitern die Atemwege, durch eine Erschlaffung der Bronchialmuskulatur. bei nicht ausreichender Wirkung, evtl. einsatz von Theophyllinen. (als Kapseln, Tablettenform, als Trinkampullen oder als Zäpfchen)
  • Glukokortikoidtherapie bei Infektionen (z.B. Kortison)
  • Mukolytika (Schleimlöser) wie z.B. Acetylcystein, Ambroxol, Carbocistein (Handelsnamen z.B. ACC®, Mucosolvan®, Transbronchin®) verflüssigen den Schleim und mobilisieren ihn somit.
  • Antitussiva (Medikamente bzw. Wirkstoffe gegen den Hustenreiz) wie z.B. Codein oder Noscamin, sollten nur in Ausnahme fällen eingesetzt werden, da diese den natürlichen und gewollten Effekt des Abhustens des Schleims unterbinden.
  • Frühzeitig Antibiotika bei Infektionen um einen schlimmeren und weitergehenden Verlauf der Infektionen zu vermeiden. Im späterem Stadium werden auch Antibiotika bei einer Virus Infektion eingesetzt, einfach um zu vermeiden, dass zusätzlich zu der Viralen infektion noch eine Bakterielle stattfindet.
  • Eine Sauerstoff Therapie kann vor allem im späterem Stadium angezeigt sein, bedarf aber dann einer ständigen ärztlichen kontrolle.

 

1.5 Pflegemaßnahmen

In erster Linie sollte das Hauptsächliche Ziel der Pflege sein, den Patienten zu einem Gesundheitsbewussteren Verhalten an zu leiten.
Weiterhin:


  • Vermeidung unproduktiven Hustens
    Der Patient sollte um sich und seine Lunge zu schonen nicht häufig "unproduktiv" Husten.
    Der Patient sollte möglichst warme Luft durch die Nase einatmen. (Da kalte Luft die bronchien noch mehr reizen kann.)
  • Erleichterung des Abhustens, durch verschiedene Ausatemtechniken, die der Patient von der Krankengymnastik lernen kann.
  • Linderung der Atemnot, durch die z.B. oben schon genannte Lippenbremse, oder den sog. Kutschersitz. Gedult und vor allem Zeit mitbringen, bei pflegerischen Tätigkeiten.

O2 Gabe bei einem COPD Patienten? Ja oder Nein? Warum und wie viel?

Diese Frage kommt vor allem in der Krankenpflege oft auf.
Fakt ist folgendes:
Eine fortgeschrittene COPD führt über eine Reduktion der Lungenoberfläche (=Emphysem) zu einer Abnahme der CO2 Abatmung.
Kurzfristiger pCO2 Anstieg erhöht den Atemantrieb (Atemzentrum - erster Steuerkreis).
Bei länger bestehendem hohen pCO2 Spiegel, muss der Körper dies kompensieren.
HCO3- Ausscheidung über die Niere wird gesteigert und die Regulation der Atmung erfolgt über den pO2, also den Blutsauerstoffgehalt.

Gibt man diesem Patienten (zuviel) Sauerstoff, steigt der pO2 so weit an, daß der zentrale Atemantrieb gebremst wird, damit kann der Patient noch weniger CO2 abatmen.
Der pCO2 steigt an, damit wird mehr H2CO3 gebildet, in weiterer Folge steigt daher die H+ Konzentration und der pH fällt. Der Patient wird azidotisch.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. November 2010 um 16:18 Uhr
 

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