1. Euthyreote Struma
1.1 Definition, Einteilung, Symptome
1.1.1 Definition
Vergrößerung der Schilddrüse bei normaler Funktion.
1.1.2 Einteilung
Die Einteilung nach der WHO: Grad I: Tastbare Struma Grad Ia: Nicht sichtbar bei Reklination des Kopfes Grad Ib: Sichtbar bei Reklination des Kopfes Grad II: Bei normaler Kopfhaltung, sichtbare Struma Grad III: Sehr große Struma, auf Entfernung sichtbar, Kompressionssymptome Diese Einteilung spielt heute nicht mehr ganz so häufig eine Rolle, viel wichtiger ist die Ultraschalluntersuchung mit der Feststellung der Größe geworden. (Normal: bei der Frau 18 ml, beim Mann bis zu 25 ml.)
1.1.3 Symptome
Das Hauptsymptom ist natürlich die vergrößerte Schilddrüse, wobei die Schilddrüse nicht immer in dem Maße vergrößert sein muss, dass der Patient etwas bemerkt. Es ist allerdings auch möglich, dass die Schilddrüse soweit vergrößert ist, dass sie Strukturen wie die Trachea (Luftröhre) oder den Ösophagus (Speiseröhre) komprimiert und dann Beschwerden wie: Luftnot, Kloßgefühl, Schluckbeschwerden oder ein inspiratorischen Stridor verursacht. Es ist möglich, dass eine Unter-, Normal- oder Überfunktion des Organs vorliegt. Die Unterfunktion zeigt folgende Symptome: - Verringerter Appetit - Müdigkeit - Leistungs- und Konzentrationsschwäche - Gewichtszunahme - Trockene und kühle Haut - Heisere und tiefe Stimme - Dünner werdendes struppiges Haar - Herzvergrößerung und Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie) - Früharteriosklerose in Folge von erhöhten Cholesterinwerten, - Zyklusstörungen bei Frauen - ständiges Frieren Die Überfunktion äußert sich in folgenden Symptomen: - Herzrasen - Händezittern - Schweißneigung - Haarausfall - Gewichtsabnahme - Durchfall und Nervosität
1.2 Ursachen, Risikofaktoren
Meist liegt die Ursache in einer Mangelversorgung mit Jod. Der Körper bildet dann die Schilddrüse besser aus, bzw. vergrößert sie um so mehr und effektiver aus dem Jod die Hormone T3 und T4 (Trijodthyronin und Thyroxin) zu bilden. Empfohlen wird deshalb eine Menge von 150 - 200 µg Jodid täglich, aufgrund dessen gibt es in unserem Land Speisesalz nur mit Jod versetzt zu kaufen.
1.3 Diagnostik
Die Diagnostik besteht aus: - Labor: Bestimmung von T3 und T4 und TSH soweit manchmal TRH (Releasing Hormon), BSG, CRP und Schilddrüsenantikörper um eine Entzündung aus zu schliessen. - Ultraschall - Sind Knoten tastbar oder im Ultraschallbild zu sehen wird zu Erfassung sog. kalter Knoten (karzinomverdächtig) eine Szintigraphie durchgeführt. - Evtl. Feinnadelbiopsie bei verdacht auf ein Karzinom oder eine Entzündung.
1.4 Therapie, medikamentöse Behandlung
Als erstes wird man versuchen die Struma medikamentös zu behandeln. Dies erfolgt in der Regel durch die Gabe von Jodid und/oder dem Schilddrüsenhormon Thyroxin, um so einer Mangelversorgung entgegen zu wirken. Liegen jedoch so erhebliche Beschwerden vor, oder ist die medikamentöse Therapie erfolglos, so kann die Schilddrüse chirurgisch zum grössten Teil entfernt werden. (Meist belässt man die Nebenschilddrüsen. Es wird eine sgo. Subtotale Resektion vorgenommen.) Nach der beidseitigen subtotalen Resektion ist lebenslang die Substitution von Schilddrüsen Hormonen notwendig.
1.5 Pflegemaßnahmen, Ernährung, Rehabilitation
Präoperative Pflege: Rasur: Vom Kinn bis hinter die Ohren und bis zu den Brustwarzen. Postoperative Pflege: - Oberkörperhoch Lagerung um ein ödem zu vermeiden. - Mobilisation (dabei Drehbewegungen des Kopfes und allgemein ruckartige Bewegungen vermeiden.) Tricks: Den Kopf von hinten mit beiden Händen festhalten und etwas nach vorne beugen, bzw. ein gefaltetes Handtuch in den Nacken legen, damit der Patient so seinen Nacken selber "unterstützen" kann. - Kostaufbau, am OP-Tag nur Flüssigkeit (Achtung: Aspirationsgefahr.) - Meist liegt ein sog. Mini-Redon, dieser wird ja nach Fördermenge nach 24 - 28 Stunden entfernt. Eine Rehabilitation in einer speziellen Einrichtung ist nicht nötig.
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