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Herzinfarkt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Florian Funke   
Sonntag, den 01. März 2009 um 16:48 Uhr

1. Herzinfarkt / Myokardinfarkt

1.1 Definition, Einteilung

Der Herzinfarkt ist der Untergang von Gewebe, bzw. die Veränderung von "normalem" Muskelgewebe des Herzens in nekrotisches ("abgestorbenes") nicht dehnbares Gewebe.
Die Ursache dafür liegt in einem kompletten Verschluss einer oder mehrerer Koronararterien, und die daraus folgende Mangelversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff.
Häufig entsteht der Verschluss bei schon bestehender Koronarer Herzkrankheit und gleichzeitiger Bildung eines Thrombus.

1.2 Symptome

Die typischen Symptome eines Herzinfarktes entsprechen zum großen Teil denen eines Angina Pactoris Anfalls:
- Heftigste retrosternale schmerzen, die oft in den linken Arm, den Hals und den Kiefer ausstrahlen, seltener in den Bauchraum und den Rücken.
- Todesangst mit sog. Vernichtung Gefühl.
- Beklemmungsgefühl (der betroffene fühlt, als würde ihm jemand den Brustkorb zusammendrücken, und zeigt dies mit einer Faust vor dem Sternum.)
- Übelkeit, Erbrechen
- Kaltschweiß
Wichtig: Für die Unterscheidung von einem Herzinfarkt und einem Angina Pectoris Anfall ist wichtig, dass bei einem Herzinfarkt keine Besserung der Symptomatik durch die Gabe von Nitroglyzerin eintritt.

1.3 Ursachen, Risikofaktoren

Die Ursachen bzw. Risikofaktoren entsprechen auch wieder denen der Koronaren Herzkrankheit: * Hypercholesterinämie
Gesamtcholesterin > 240 mg/dl
LDL-Cholesterin > 160 mg/dl
HDL-Cholesterin < 35 mg/dl
* Arterielle Hypertonie
Systolischer Blutdruck > 140 mmHg (Im Volksmund "Der Hohe Wert")
Diastolischer Blutdruck > 90 mmHg (Im Volksmund "Der niedrige Wert")
* Nikotinabusus
Aktiver Nikotinkonsum
* Diabetes mellitus
Nüchternblutzucker > 126 mg/dl

Mögliche (Diskutierte) Risikofaktoren:
* Serumtriglyzeride (> 200 mg/dl)
* Lipoprotein(a) (> 30 mg/dl)
* Homocystein (> 16 |jmol/l)
* Fibrinogen (> 350 mg/dl)
* Kleine, dichte LDL Partikel („small dense LDL")
* Plasminogen-Aktivator Inhibitor (PAI)
* hsCRP (< 0.04 mg/ml)

Prädisponierende Risikofaktoren
* Adipositas (Body Mass Index > 25 kg/m2)
* Körperliche Inaktivität (< 500 kcal/Woche Energieverbrauch durch Freizeitaktivitäten)
* Positive Familienanamnese (Verwandte 1. Grades mit KHK)
* Männliches Geschlecht
* Insulinresistenz („Metabolisches Syndrom" bei Adipositas)
* Sozioökonomische Faktoren (Schlechter Zugang zu Bildung)
* Psychosoziale Faktoren („Effort-Reward Imbalance")

1.4 Diagnostik

Die Diagnostik besteht aus 3 Hauptpfleilern, wovon 2 existent sein müssen, damit ein Herzinfarkt Diagnostiziert wird:
- Klinik (siehe Symptome)
- Typische Veränderung im EKG (Sichtbar durch eine deutliche ST-Strecken Erhebung oder Pathologische Q und R zacke oder eine Negative T Welle.) - Erhöhte Herzenzyme (CK-MB entspricht mind. 10% der gesamt CK, Myoglobin erhöht , Troponin T erhöht.)
Weiterhin kann zur genaueren Abklärung bzw. teilweise auch direkten Behandlung folgende Diagnostik durchgefürt werden:
- Echokardiographie
- Akut PTCA bzw. Koronarangiographie mir Ballon-Dilatation bzw. Stent implantation.

1.5 Therapie, medikamentöse Behandlung

Wichtig ist die Senkung des Sauerstoffbedarfs, durch die Beruhigung des Patienten (evtl. Sedierung mit Dormicum® oder Diazepam in form von z.B. Valium®) bzw. die Sauerstoffgabe über eine Sauerstoffbrille.
Kontrolle der Vitalzeichen: Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung.
Schmerzmedikation: Mittel der Wahl ist Morphium, jedoch NICHT intra muskulär, da dies die Enzymdiagnostik verfälschen kann, und eine Lysethreaphie unmöglich macht!
Der Patient wird Oberkörper hochgelagert und die Atemwege werden freigemacht, das heisst z.B. "enge" Kleidung wird entfernt.
Der Patient sollte so schnell wie möglich unter intensiv Medizinische Überwachung.
Therapie evtl. bestehender Herzrhytmusstörungen und/oder Bluthochdruck.
In den ersten Stunden des Infarktes kann eine Lyse Therapie erfolgen, der Verschluss bzw. der Thrombus wird durch Medikamente aufgelöst.
Vorsicht: Durch eine Lysetherapie wird das Gerinnungssystem im Körper "heruntergefahren" (Im Volksmund: "Das Blut verdünnt"), bestehen also irgendwo im Körper (mikroskopisch kleine) Wunden (z.B. im Gehirn) kann es passieren, dass die Patienten dort Blutungen bekommen.
ca. 1% der Patienten einer Lysethreaphie versterben an einer Gehirneinblutung.
Danach, oder währenddessen (abhängig von der Lysetheraphie) bekommt der Patient hochdosiert Heparin, über eine permanente Infusion, gesteuert von einem Perfusor.

1.6 Komplikationen

Kardiogener Schock: In ca. 10 - 15% der Fällen, ist das Herz nicht mehr in der Lage ausreichend Blut durch den Körperkreislauf zu Pumpen.
Die folge ist: Eine minderversorgung aller Organe, die auch die häufigste Todesursache bei einem Herzinfarkt darstellt.

1.7 Pflegemaßnahmen, Ernährung, Rehabilitation

Es ist sehr schwierig in diesem Fall die tätigkeiten des Pflgepersonals von den der Ärzte ab zu grenzen.
Wichtig sind die unter "Threapie" genannten Aspeckte: Patient beruhigen, Vitalzeichenkontrolle, schnelles kontrolliertes handeln, und enge kooperation mit den Ärzten.
Der betroffene sollte seine Ernährung grundlegend umstellen, und dabei ruhig eine Ernährungsberatung in anspruch nehmen. (siehe auch Koronare Herzkrankheit)
Das Rauchen sollte komplett eingestellt werden, sowie der Alkoholkonsum verrringert werden.
Eine Anschlussheilbehandlung in einer Rheabiltationsklinik ist angezeigt, damit der Betroffene lernt, mit den noch vorhandenen Resourcen seines Körpers um zu gehen, und sich angemessen zu belasten.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. November 2010 um 16:09 Uhr
 

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