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Herzinsuffizienz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Florian Funke   
Sonntag, den 01. März 2009 um 16:59 Uhr

1. Herzinsuffizienz / Herzmuskelschwäche

1.1 Definition, Einteilung, Symptome

1.1.1 Definition

Verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens. Das Herz ist nicht mehr in der Lage das Blut ausreichend durch den Körper- und/oder Lungenkreiskauf zu pumpen. Dadurch kommt es zu einem Rückstau vor dem rechten oder linken Herzen und einer Minderdurchblutung der in diesem Kreislauf befindlichen Organen.

1.1.2 Einteilung

Es gibt für die Herzinsuffizienz 2 Einteilungskriterien.
1. Die Einteilung in Rechts-, Links-, Globalinsuffizienz, welche die betroffene Herzhälfte angibt. Bei der Globalinsuffizenz sind beide Hälften betroffen.
2. Die Einteilung in Akut und Chronisch
Eine Akute Herzinsuffizienz entsteht durch plötzlich stattfindende Ereignisse.
Eine Chronische Herzinsuffizienz entwickelt sich langsam, über Monate und vielleicht sogar Jahre.
Außerdem gibt es eine in der Medizin gebräuchliche Einteilung nach der NYHA (New York Heart Association):
Stadium I: Keine Beschwerden bei normaler Belastung
Stadium II: Leichte Beschwerden bei normaler Belastung, Leistungsminderung
Stadium III: Erhebliche Leistungsminderung bei gewöhnlicher Belastung
Stadium IV: Luftnot in Ruhe

1.2 Symptome

Die Symptome sind abhänig davon, welcher Teil des Herzens betroffen ist.
Rechtsherzinsuffizienz:
- Das Blut staut sich im Körperkreislauf, also vor dem rechten Herzen.
- Ödeme (Wassereinlagerungen): Zuerst an den Füssen, später an den Beinen und den Händen, häufig normalisiert sich dies in der Nacht, da das Herz im liegen weniger kraft braucht, um das Blut durch den Körper zu pumpen.
- Durch die Stauung einer Vergrößerung von Leber und Milz
- Das Wasser sammelt sich auch im Bauchraum, es kommt zu einer sog. Aszites (Bauchwassersucht)
- Gewichtszunahme durch die Wassereinlagerung.
Linksherzinsuffizienz:
- Das Blut staut sich vor dem Linken Herzen, also in der Lunge, wird dadurch in das Lungeninterstitium (Zwischenraum in der Lunge) und in die Lungen Alveolen gepresst.
- Atemnot, zunächst bei Anstrengung, im fortgeschrittenen Stadium auch in Ruhe, siehe Einteilung NYHA (Belastungsdyspnoe, Orthopnoe, Ruhedyspnoe
- Lungenödem (Brodelgeräusche über der Lunge, Atemnot)
- Zyanose der Akren
- Durch den erhöhten Widerstand im Lungenkreislauf muss das rechte Herz dagegen anpumpen, was dann häufig zu einer Rechtsherzinsuffizenz führt.
Allgemeine Symptome:
- Leistungsminderung
- Nykturie (Nächtliches Wasserlassen): Das Herz muss ich liegen nicht so viel kraft aufwenden um das Blut zirkulieren zu lassen.
- Herzrhythmusstörungen
- Tachykardie bei Belastung: Durch den schnelleren Herzschlag versucht das Herz die verminderte Auswurfmenge pro Schlag zu kompensieren.
- Herzmuskelhypertrophie: Das Herz vergrößert sich, durch die ständige Belastung (Dies tut das Herz, weil es ein Muskel ist, und jeder andere Muskel sich auch bei übermäßiger / vermehrter Belastung vergrößert.)

1.3 Ursachen, Risikofaktoren

Eine Herzinsuffizienz entsteht durch die verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens, diese kann mehrere Ursachen haben.
- Die häufigste Ursache in den Industrieländern ist die koronare Herzkrankheit KHK (Siehe KHK Artikel)
- Bluthochdruck (zweit häufigste Ursache)
- Erhöhter Widerstand im kleinen oder großen Kreislauf --> das Herz ständig gegen einen Widerstand anpumpen --> Vergrößerung des Herzens --> höherer Sauerstoffbedarf --> kann später nicht mehr gedeckt werden kann --> verminderte Herzleistung.
- Herzrhythmusstörungen
- Herzklappenfehler: Stenosen (Verengung) oder Klappeninsuffizienz (unzureichende Schließung der Klappen)
- Herzinfarkt
- Eine Entzündung des Herzens.

1.4 Diagnostik

- Anamnese (körperliche Untersuchung)
- Ultraschall um Stauungszeichen zu sehen.
- evtl. Röntgen um Stauungszeichen zu sehen. (Lungen, Beine, Bauch.) Außerdem kann ein vergrößertes Herz erkannt werden.
Bei verdacht einer Herzinsuffizienz:
- Ultraschall des Herzens (Echokardiographie)
- Herzkatheter Untersuchung
Ursachenforschung:
- EKG

1.5 Therapie, medikamentöse Behandlung

- ACE-Hemmer (Hemmen das Angiotensin Converting Enzyme, welches in der Niere gebildet wird und den Blutdruck erhöht.) In jedem Stadium angezeigt. (Evtl. Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Unverträglichkeit von ACE-Hemmern.)
- Diuretika (Harntreibende Mittel) Schwemmen die Wasseransammlungen aus, und verringert somit die Vor- und Nachlast des Herzens.
- Beta-Blocker verringern den Blutdruck und die Herzfrequenz, somit wird der Sauerstoffbedarf des Herzens herunter reguliert.
- Digitalisglykoside verstärken die Herzkraft. Vorsicht ist bei der Anwendung geboten durch die häufig auftretenden Nebenwirkungen: Herzrhythmusstörungen, Bradykardie (Verminderung der Herzfrequenz.)
Je nach Schweregrad und Entstehung der Herzinsuffizienz sind weitere Medikamente angezeigt:
- Nitrate: Erweitern Gefäße, vor allem Herzkranzgefäße und erhöhen dadurch die Sauerstoffversorgung des Herzens.
- Antikoagulantien: z.B. ASS® zur Verhinderung von Thrombenbildungen (Blutgerinnseln) speziell bei Herzrhytmusstörungen.
Für kürzere Zeiträume können auf einer Intensivstation z.B. zur Überbrückung der Zeit bis zu einer Herztransplantation Katecholamine (z.B. Dopamin) eingesetzt werden, um die Leistung des Herzens zu steigern.

1.6 Komplikationen

Die Komplikationen finden sich grössten teils in den Symptomen wieder, können aber bis hin zu Herzversagen führen.

1.7 Pflegemaßnahmen, Ernährung, Rehabilitation

Das Pflegepersonal sollte den Patient so weit wie nötig bei den ATL unterstützen, außerdem sollte der Patient über seine Lebensweise bzw. wichtigen Änderungen in seiner Lebensweise aufgeklärt werden:
- Körpergewicht (Reduzierung des Körpergewichts, um das Herz zu entlasten.)
- Essen und Trinken (Salzarm, Trinkmengenbeschränkung)
- Körperliche Bewegung (Am sinnvollsten ist die Teilnahme an Sportgruppen extra für Herzkranke.)
- Alkohol- und Nikotinkonsum (Verzicht auf Nikotin und Alkohol!)

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. November 2010 um 16:07 Uhr
 

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