1. Hypertonie / Bluthochdruck
1.1 Definition, Einteilung, Symptome
1.1.1 Definition
Die Hypertonie oder auch Bluthochdruck. Der Blutdruckwert setzt sich aus 2 Angaben zusammen. Der Systole (z.B. 120) und der Diastole (z.B. 80). Die Systole setzt sich zusammen aus dem Herzzeitvolumen mal x Schlagfrequenz + Totaler peripherer Widerstand. (Bezeichnet die Anspannungs- und Austreibungsphase des Herzens) Die Diastole bezeichnet nur den totalen periphere Widerstand. (Bezeichnet die Füllungsphase des Herzens) Ein Optimaler Blutdruck sollte bei 120 / 80 liegen. Laut WHO (World Health Organization) besteht eine Hypertonie bereits ab werten von 140 zu 90. (Ab diesen Werten Steigt bereits das sog. Kardiovaskuläre Risiko!)
1.1.2 Einteilung / Ursachen / Risikofaktoren
Die Hypertonie wird anhand ihrer Ursache in 2 Bereiche eingeteilt. Primärer Bluthochdruck (90%):
- Genetische Disposition
- Zu viel Natrium zu wenig Kalium Zufuhr (bei Kochsalz empfindlichen Menschen, zusammenhang nicht geklärt!)
- Psychischer Stress
- Frauen mehr als Männer
- Städter mehr als Landbewohnern, Ursache nicht genau geklärt.
Sekundärer Bluthochdruck (5-10%):
- Renaler / Niere (7%): Renin Freisetzung bei renaler Ischämie (egal welcher Ursache) → Angiotensin II → Vasokonstriktion + Aldosteron Freisetzung aus der Nebenniere → Na+ Retention (Zurückhaltung) = RR Anstieg. Heißt: bei Mangeldurchblutung der Niere schüttet die Niere einen Botenstoff aus, der dafür sorgen soll, dass die Niere besser durchblutet wird. Außerdem hält die Niere, druch ausschütten von Aldosteron, Natrium zurück, um somit das Blutvolumen zu erhöhen, damit dadurch der Blutdruck steigt.
- Hormoneller (3%): adrenogenitales Syndrom = zu wenig Cortisol → Hypophyse schüttet ACTH aus → HZV erhöht. Tumoren die Aldosteron oder Cortisol oder Katecholamine ausschütten. Heißt: Das durch div. Ursachen bestimmte Hormone ausgeschüttet werden, die das Herzzeitvolumen erhöhen oder selber direkt auf der Herz wirken und somit den Blutdruck erhöhen.
- Neurogen: Enzephalitis (Gehirnentzündung), Hirnödem, Hirntumoren
- Medikamentös: z.B. Glukokortikoide, Psychopharmaka, Schilddrüsenhormone, Antirheumatika, "Pille"
1.1.3 Symptome
Früh-Symptome Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Taubheitsgefühl oder Ausfall der Durchblutung in Händen und Füßen, Nasenbluten, Schwere Atemnot, Herzenge (Angina pectoris) Spät-Symptome
- Gefäße: Durch den erhöhten Blutdruck, wird die Arteriosklerose Entwicklung aller Arterien beschleunigt, dass führt dazu, dass die Arteriellen Gefäße verengen bzw. sich im schlimmsten Fall verschließen
- Gehirn: Hochdruck, Enzephalopathie, Cerebrale Blutung (es ist möglich, dass durch den erhöhten Blutdruck Gefäße im Gehirn platzen.), Erweichung, Apoplektischer Insult (Schlaganfall)
- Auge: Netzhautblutung bis hin zur Erblindung. (Durch den erhöhten druck in den kleinen Gefäßen im Auge.)
- Herz: Linksherzhypertrophie (Das Linke Herz vergrößert sich, weil es permanent gegen den höheren Widerstand im Körperkreislauf pumpen muss, dass wiederum führt dazu, dass das Herz mehr Sauerstoff benötigt, welcher meist nicht ausreichend geliefert werden kann, weil die Koronararterien teilweise atherosklerotisch stenosiert (verengt / verschlossen) sind.
- Renal: Renale Ischämie → Renin/Angiotensin, Aldosteron... Heißt: Durch den (teilweisen) Verschluss der Nierenarterien, bekommt die Niere zu wenig Blut bzw. wird mit zu wenig Blutdruck "versorgt", schüttet somit Renin aus, welches wiederum zu Angiotensin II umgewandelt wird, was wiederum den Blutdruck erhöht.
1.3 Diagnostik
Mehrmalige Blutdruck Messungen, zur selben Zeit, in der selben Situation, besser noch Langzeit RR Messung. Abklärung Primär / Sekundäre Hypertonie durch: Blut und Urin Proben oder Ultraschall der Nieren bzw. neurologische Untersuchungen des Gehirns. Ermittlung des Kardiovaskulären Gesamtrisikos.
1.4 Therapie, medikamentöse Behandlung
Bluthochdruck MUSS immer Behandelt werden! "Alte" Therapie:
- Diuretika (Harntreibende Mittel) und
- β-Blocker (Hemmung vorwiegend kardialer ß1-Rezeptoren, dadurch: Senkung der Herzfrequenz, Reizweiterleitung, Kontraktilität und Erhöhung der Reizschwelle am Herzen, was zur Senkung des Blutdrucks führt.)
"Neue" Therapie:
- ACE-Hemmer: Angiotensin Converting Enzyme Hemmer, verhindern, dass aus Renin Angiotensin wird.
- AT1-Rezeptorblocker: Blockiert die Weiterleitung der Angiotensin-Wirkung auf die
Zellen. Blockiert den Angiotensin-Typ 1 Rezeptor, der die klassischen Wirkungen von Angiotensin 2, wie Vasokonstriktion ("zusammenziehen"/"verengen" der Gefäße), Natrium- und Wasserretention meditiert.
- Moderne Dihydropyridin-Kalziumantagonisten (Amlodipinbesilat z.B. Norvasc®): Amlodipin hemmt den Einstrom von Calciumionen in die Herzmuskelzellen und glatten Gefäßmuskelzellen durch Blockade der langsamen Calciumkanäle. Der periphere Widerstand und die Nachlast werden gesenkt, der myokardiale Energieverbrauch und der Sauerstoffbedarf verringert.
Deutsche Hochdruck Liga → Therapie hängt in erster Linie von den Begleitrisiken und den Komorbiditäten Leitlinien der Deutschen Hochdruck Liga zur Behandlung von Hypertonie
1.5 Pflegemaßnahmen, Rehabilitation
Da viele Blutdruckmedikamente zu Beginn der Therapie Beschwerden durch Nebenwirkungen machen, ist es für die Pflegenden wichtig, eine gute Vertrauensbasis zum Patienten auf zu bauen, damit der Patient diese Nebenwirkungen offen anspricht. Sonst könnte es passieren, dass der Patient seine Tabletten gar nicht einnimmt.
- Reduktion von Übergewicht.
- Regelmäßige Selbstkontrolle.
- Rauchen einstellen, Alkohol konsum auf maximal 20 - 30g reduzieren.
- Mildes Ausdauertraining durch Gehen oder Schwimmen.
- Einschränkung des Salzkonsums
- Regelmäßige Ärztliche kontrolle.
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