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Geschrieben von: Florian Funke
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Sonntag, den 01. März 2009 um 17:18 Uhr |
1. Koronare Herzkrankheit 1.1 Definition, Einteilung, Symptome 1.1.1 Definition Die Koronare Herzkrankheit: Mangeldurchblutung aufgrund einer Stenose oder ein Verschluss der/einer Koronararterie(n). Folge: Ein Teil des Herzens kann nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt werden, Gewebe stirbt ab, es bildet sich eine Nekrose. Führt zu Angina Pectoris Anfällen und im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt. Je nach dem, wie viele der 3 Koronararterien betroffen sind, spricht man von einer 1, 2 oder 3 Gefäß KHK. 1.1.2 Symptome Das wichtigste Symptom ist eine "Folgeerkrankung" der Angina Pectoris Anfall, die folge einer Sauerstoffunterversorgung. Klinik: Sekunden bis Minuten anhaltende, meist dumpfe-drückende Schmerzen retrosternal mit Beklemmung und Engegefühl. Wird vom Patienten als äußerst bedrohlich empfunden (Todesangst). Meist strahlen die Schmerzen aus, in: dem linken Arm, selten auch in den Rücken, den Oberbauch, den rechten Arm, Hals, Unterkiefer oder Oberkiefer. Die Angina wird in 2 Bereiche eingeteilt. Die stabile Angina Pectoris liegt dann vor, wenn die Beschwerden immer in der gleichen Situation auftreten, und der Patient durch "Gegenmaßnahmen" Besserung erlangt. Eine unstabile Angina Pectoris liegt dann vor, wenn die Dauer, die Häufigkeit und die Schmerzintensität schnell zunehmen und Medikamentös jedes mal schlechter eingegriffen werden kann. VORSICHT: Eine Instabile Angina Pectoris bedeutet: HERZINFARKTGEFAHR! 1.2 Ursachen, Risikofaktoren Meist tritt ein AP-Anfall auf, wenn ein Gefäß mehr als 75% verschlossen ist. Kausale Risikofaktoren: * Hypercholesterinämie Gesamtcholesterin > 240 mg/dl LDL-Cholesterin > 160 mg/dl HDL-Cholesterin < 35 mg/dl * Arterielle Hypertonie Systolischer Blutdruck > 140 mmHg (Im Volksmund "Der Hohe Wert") Diastolischer Blutdruck > 90 mmHg (Im Volksmund "Der niedrige Wert") * Nikotinabusus Aktiver Nikotinkonsum * Diabetes mellitus Nüchternblutzucker > 126 mg/dl Mögliche (Diskutierte) Risikofaktoren: * Serumtriglyzeride (> 200 mg/dl) * Lipoprotein(a) (> 30 mg/dl) * Homocystein (> 16 |jmol/l) * Fibrinogen (> 350 mg/dl) * Kleine, dichte LDL Partikel („small dense LDL") * Plasminogen-Aktivator Inhibitor (PAI) * hsCRP (< 0.04 mg/ml) Prädisponierende Risikofaktoren * Adipositas (Body Mass Index > 25 kg/m2) * Körperliche Inaktivität (< 500 kcal/Woche Energieverbrauch durch Freizeitaktivitäten) * Positive Familienanamnese (Verwandte 1. Grades mit KHK) * Männliches Geschlecht * Insulinresistenz („Metabolisches Syndrom" bei Adipositas) * Sozioökonomische Faktoren (Schlechter Zugang zu Bildung) * Psychosoziale Faktoren („Effort-Reward Imbalance") 1.3 Diagnostik - Klinik (siehe Risikofaktoren) - EKG (Ruhe, Belastungs, Langzeit) (Zum ausschließen eines Herzinfarktes zu erst mehrere ruhe EKGs) - Herz-Echokardiographie (Ultraschall) (evtl. Stress Echokardiographie) - Endgültige Klärung bringt eine Koronarangiographie (Linksherzkatheteruntersuchung) 1.4 Therapie, medikamentöse Behandlung Im akuten AP-Anfall Senkung des Sauerstoffbedarfs des Herzens + erhöhte Sauerstoffzufuhr zum Herzen. Durch: körperliche Ruhe / Vermeidung von Aufregung (evtl. Sedierung des Pat). Medikamentös: Nitroglycerin (Wirkt am Herzen und führt zu einer Erweiterung der Koronararterien) + O2 Gabe über eine Nasensonde, Brille oder Maske. Ist die AP instabil, so wird der Patient Voll-Heparinisiert bzw. Azetylsalizylsäure (ASS® / Aspirin®) oral verabreicht, zur Verhinderung eines weiteren Verschlusses der Koronararterien. Schmerztherapie: Bis hin zu Morphin. Langzeit Therapie In der Langzeit Therapie ist das wichtigste, dass der Patient seinen Lebensstil ändert und so viele, von den oben genannten, Risikofaktoren wie möglich ausschaltet. Medikamentös: - Nitrate z.B. Nitrolingual® oder Coro Nitro® (erweitern die Venösen Gefäße, dadurch wird der Blutrückstrom zum Herzen geringer, weiten die Arteriellen Gefäße, wodurch das Herz besser mit Sauerstoff versorgt wird.) - β-Blocker z.B. Metroprolol: Beloc® (Blockieren die β1 und senken das Herzzeitvolumen und den Blutdruck.) - Sollte das nicht ausreichen: zusätzlich Kalziumantagonisten (erweitern die Koronararterien) - Niedrig dosierte Azetylsalizylsäure z.B. (Aspirin®), Ticlopidin (z.B. Tiklyd®) oder Clopidogrel (z.B. Iscover® oder Plavix®) können die Bildung von weiteren Thromben und somit einen Herzinfarkt verhindern. Die Invasive Therapie: PTCA (perkutane transluminale koronare Angioplasie) bzw. Bypass werde ich in extra Artikeln behandeln. 1.5 Pflegemaßnahmen - Beim Umgang mit KHK Patienten ist das wichtigste viel Zeit und Ruhe mit zu bringen. - Vitalzeichen Kontrolle, Überwachung von Blutdruck und Sauerstoffsättigung, und vor allem eine Schmerz Beobachtung (Schmerzen führen auch zu erhöhtem Sauerstoffbedarf.) Bei Bettruhe Prophylaxen: - Obstipation (Pressen beim Stuhlgang vermeiden!) - Kontraktur - Thrombose (Vorsichtig, beim Ausstreichen der Beine herzwärts, nur nach Rücksprache mit dem Arzt!) - Pneumonie - Cave! Kein Abklopfen des Rückens zur Pneumonie Prophylaxe!
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 01. März 2009 um 17:23 Uhr |