1. Lungenödem
1.1 Definition, Symptome
1.1.1 Definition
Ansammlung von Flüssigkeit im Lungeninterstitium bzw. in den Lungenalveolen. Meist durch eine Linksherzinsuffizienz (kardiales Lungenödem). Das Linke Herz, welches das Blut von der Lunge "weg saugt" und in den Körperkreislauf pumpt ist aufgrund einer Schwäche (Herzinfarkt, Kardiomyopathie, Herzklappenfehler..) nicht mehr in der Lage dazu, somit staut sich das Blut vor dem linken Herzen. Außerdem pumpt das rechte Herz weiterhin mit der gleichen Kraft Blut in den "kleinen Lungenkreislauf), was dazu führt, dass die Flüssigkeit aus der Blutbahn in die Lungenalveolen und das Lungeninterstitium gepresst wird. Die Abnahme des kolloid-osmotischen Druckes, bei z.B. Eiweißmangel kann ebenso eine Ursache für ein Lungenödem sein. Außerdem zu nennen ist das toxische Lungenödem, wobei es durch eingeatmete Gifte dazu kommt, dass sich die Durchlässigkeit der Lungenalveolen verändert, und somit die Flüssigkeit in die Alveolen eindringen kann. Eine Veränderung der Durchlässigkeit der Alveolen bzw. deren Wänden, kann auch die folge einer Allergischen Reaktion sein.
1.1.2 Symptome
- Angst (Todesangst) - Luftnot (Asthma kardiale) meist flache und schnelle Atmung - Zyanose der Akren (äußeren Körperteilen z.B. Fingerspitzen..) - brodelnde Atemgeräusche im fortgeschrittenen Stadium auch aus Entfernung ohne Stethoskop zu hören - Tachykardie (beschleunigter Puls, bei evtl. niedrigerem Blutdruck) - Husten mit weißlichem Sekret
1.2 Ursachen, Risikofaktoren
Die Hauptursache ist die Linksherzinsuffizienz. --> Siehe Definition.
1.3 Diagnostik
- Klinisch anhand der Symptome - Blutgasanalyse - EKG (Ursachenforschung) - Rö-Thorax - Echokardiographie, zur Beurteilung des Herzens.
1.4 Therapie, medikamentöse Behandlung
- Ruhe bewahren. Keine Hektik. - Patient beruhigen, evtl. durch die Gabe von Morphin und/oder Diazepam. - Oberkörper hochlagern, Beine tief lagern (Verminderung der Nachlast des Herzens) evtl. Bettruhe - Sauerstoffgabe - Diuretika Gabe i.v. (z.B. Lasix®) 20 - 80mg - evtl. intensiv medizinisch bei sehr Schwacher Herzleistung Dopamin über Perfusor. - ultima Ratio: Beatmung
1.5 Pflegemaßnahmen, Ernährung, Rehabilitation
Wichtigste Aufgabe des Pflegepersonals ist die Psychosoziale Unterstützung, und damit die Beruhigung des Patienten. Das Pflegepersonal sollte die Vitalzeichen des Patienten beobachten: Puls, Blutdruck, ZVD, Flüssigkeitsbilanz. Weiterhin Obacht auf folgende Dinge: Bewusstseinstrübung, Zyanose, Blässe, Kaltschweiß, Sputum. Ernährung: In der Akutphase nüchtern. Nach der Akutphase Trinkmengenbeschränkung einhalten, und die Trinkmenge gleichmäßig über den Tag verteilen. Am Anfang der Behandlung KEINE Aktivierende Pflege! Der Patient benötigt Unterstützung bei allen ATL. Prophylaxen durchführen: - Kontrakturprophylaxe (wegen der evtl. Bettruhe, optimal: Passive Bewegungsübungen) - Dekubitusprophylaxe (wegen der evtl. Bettruhe und Leistungsminderung: Achtung bei der Lagerung, Oberkörper sollte hochgelagert werden.) - Thromboseprophylaxe (ACHTUNG! Nicht die Beine hochlagern! Kein anleiten zur Muskelpumpe!) - Pneumonieprophylaxe nach Rücksprache mit dem Arzt. - Soor- und Parotitisprophylaxe evtl. auf Grund der Nahrungskarenz.
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